Gute Wünsche für die Willkommensfeier

Bei einer Willkommensfeier letztes Jahr hatte das Paar für Ihre Tochter 6 Patinnen und Paten ausgewählt. Es waren Freunde von ihnen und jede Person verkörperte für das Paar ganz bestimmte Eigenschaften, die ihrer Tochter wie Leuchttürme helfen sollen, durch das Leben zu navigieren.

Diese Wünsche schrieben die Eltern auf Steine, die dann später im Garten immer wieder an die schöne Feier erinnern sollen. Zusätzlich erinnern sie an die Navigationshilfe für das Leben.

Einer der Paten gab seinen Wünschen eine Form, die mich besonders berührte. Diese möchte ich heute mit Ihnen teilen.

In Grimms Märchen, einem wichtigen Stück deutschsprachiger Literatur finden wir die Geschichte par Excellence, wenn es um Wünsche zur Taufe geht. Es handelt sich dabei um die 12 Feen, die bei Dornröschen vorkommen.

Die Wünsche der ersten 3 sind überliefert:

Diese sind Tugend, Schönheit und Reichtum.

Was die anderen Feen wünschten, bleibt offen. Besagter Pate hat sich bei anderen Märchen bedient und diese Ideen in die Wunschkette eingewoben.

  1. Fee: Fleiß: dabei kann man ruhig mal delegieren, so wie das Aschenputtel mit ihren Tauben gemacht hat.
  2. Fee: Nicht vom rechten Weg abkommen und auf Mutter hören, so wie das Rotkäppchen nicht gemacht hat. Um das Märchen tauglich für das 21. Jahrhundert zu machen, wird hier auch der Vater in den Wunsch eingeschlossen: also auf die Eltern hören.
  3. Fee: Mut und Schlauheit, wie bei Jack und die Bohnenranke. Dazu noch als Neben-Wunsch sportliches Geschick für das Erklimmen der Ranke.
  4. Fee: Freunde. Schneewittchen dient hier als Vorbild. Es stellt sich nur die Frage, ob man den Freunden auch gleich den Haushalt erledigen soll.
  5. Fee: seinen Traum verfolgen können. Die Bremer Stadtmusikanten gehen hier mit gutem Beispiel voran, vor allem, wenn der Lebenstraum ist, in einer Band zu spielen.
  6. Fee: Geduld: Die kann man sich bei Rapunzel abschauen. Diese brauchte sie vor allem für die Pflege der Haare.
  7. Fee: nicht nur auf Äußerlichkeiten achten. Das Märchen vom Froschkönig liefert uns dazu ein Beispiel. Doch es zeigt auch, dass man „Idioten mal an die Wand klatschen soll“. Übersetzt heißt das: Mädels macht bei den Männern einen Reality- check, vielleicht führt er euch ja zum Prinzen.

11.Fee: Mäßigung. Bei Hänsel und Gretel geht es um den maßvollen Genuss von Süßigkeiten. Hier wären wir wieder beim Äußeren. Aber in der Geschichte findet sich noch eine zweite Komponente: hier war Gretel die Schlaue.

Die 13. Fee crashte noch die Feier bevor die 12. Fee ihren Wunsch aussprechen konnte.

  1. Fee: Tod durch die Spindel. Überlege dir gut, ob du einen Job mit Nadel und Faden machen möchtest und das noch dazu zuhause.
  2. Fee: Schlaf. Der Wunsch wurde ausgesprochen, um das größere Übel zu verhindern. Es kann aber auch ein Wusch für die Eltern sein. Und für das Kind ist er auch nützlich, wobei 100 Jahre etwas exzessiv scheinen.

Dieser wunderbare Exkurs in die Märchenwelt hat nicht nur für Lacher gesorgt, sondern hat den ein oder anderen Gast durchaus zum Denken angeregt.

Es ist wohl eines der schönsten Geschenke, wenn jemand Weltliteratur als persönliche Wünsche adaptiert.

Vielen Dank an C., der mir seinen Originaltext zur Verfügung gestellt hat und danke an die Eltern von H., die den Rahmen für diese wunderbare Feier geschaffen haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim kreativ werden und freue mich, wenn Sie mich an dem ein oder anderen Ergebnis teilhaben lassen.

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